Manche Menschen haben Gründe für das was sie tun.
Manche Menschen suchen Gründe für das was sie tun.
Manche Menschen geben Gründe für das was Sie tun.
Was machen Sie?
Im folgenden stellt ein Pirat eine umfassende staatliche Datensammlung ins Zentrum einer freiheitlichen Gesellschaft.
Ja, geht’s noch?!
Ja.
Geht noch.
Ich glaube an den starken Staat. Weil ich der Staat bin – du übrigens auch.
Sowohl du als auch ich stellen durch unser tägliches Handeln und Wirken die Ressource Staat bereit. Staatliches Handeln und Wirken resultiert aus der Summe aller Kopplungen individueller Sicherheit mit individueller Freiheit, welche wir durch Regeln, die wir im Dialog gestalten, steuern. Dieses System nenne ich Staat. Der Staat schützt das Individuum umfassend, während es sich selbst entfaltet.
Für mich als Pirat heisst das konkret:
Ich erkläre mich bereit, an der dezidierten Ausgestaltung von Regelwerken, welche oben genannte Ergebnisse zum Ziel haben, mitzuarbeiten. Deswegen bin ich Pirat.
Als Bürger habe ich keine Angst vor meinem Staat, sondern fühle mich sicher, gerade weil ich Teil dieses Staates bin. Dieses System hat mich geprägt, gefördert, es formt und fordert mich täglich neu. Es ist auch mein System. Ich fühle mich weder gegängelt noch sonst irgendwie beschnitten in meinen Möglichkeiten oder meinem Handeln. Die mir bekannten Regeln erscheinen logisch und nachvollziehbar, sie ängstigen mich nicht, zumal sie einem ständigen Anpassungsprozess unterliegen.
Ich glaube daran, dass das Individuum, der sich mittels seines freien Willens selbst entbunden habende Mensch, auf staatlicher Ebene seine freiheitsgarantierende, jedoch sichere Einbindung erfährt. Ein allumfassend mit Information ausstattendes und aus unserer Gemeinschaft hervorgehendes Staatssystem kann dem Individuum zum einen sein freies Handeln ermöglichen und es zum anderen grundlegend und umfassend absichern.
Eigentlich könnte die Deutsche Bahn in ihren Waggons Ethernet verlegen. An jedem Platz eine Buchse.
Die Fahrgäste erhalten eine interne IP vom Waggonrouter und damit die Möglichkeit, sich auf Gigabitebene spontan miteinander für die Dauer der Bahnfahrt zu vernetzen.
Wir halten das für eine gute Idee, deren Umsetzung wir sehr begrüßen würden.
Einige von uns sind bereits Vielfahrer, andere wären bereit es zu werden. Einige der Menschen, mit denen wir über dieses Konzept einer spontanen intensiven Vernetzung gesprochen haben, waren derart angetan, dass sie nun ernsthaft in Erwägung ziehen Vielfahrer zu sein.
Es wäre nett, wenn Sie
sich beeilen.
Danke! Ihr brainbureau
Es macht nix, dass Bundespräsidenten neuerdings eine so kurze Haltbarkeit aufweisen.
Das Amt ist ziemlich machtlos, und höchster Repräsentant unseres Staates können alle Staatsangehörigen mit Vorbildcharakter ab einem Lebensalter von vierzig Jahren sein.
Auch Sie.
Idealerweise kämen alle mal dran – einige Tage Amtszeit und dann die nächste Staatsperson. Die Qualität der Gesetze wäre auch sichergestellt, weil man nie wissen kann, ob da nicht doch jemand sitzt und sich das Vorhaben wirklich durchliest… mit dem Fuß auf der Bremse…); und wenn ein Bundestag aufgelöst werden muss, dann hat die jeweilige Person, die gerade bundespräsidiert, eben Pech gehabt und muss ein bisschen ‘was wichtiges arbeiten (Das Leben ist ‘halt kein ewiges Kinderfest – oder doch?! Vielleicht gerade das. Hhm.)
Die, die wirklich die vollen fünf Jahre durchhalten, kriegen ihre lebenslange Apanage von 199.000 EUR pro Jahr (was in unserem Weltbild für den Betrieb von drei Arbeitsplätzen reicht, inkl. Chefgehalt). Alle anderen erhalten anteilig einen Teil dieser Summe (das müssten so um die 110 EUR pro Amtstag sein, die man dann als Lebensrente einstreicht), das Sekretariat kann man sich teilen. Oder ins Internet verlegen.
DAS wäre doch mal ein Weg zum Grundeinkommen! Also bitte fleißig durchtauschen da oben, damit möglichst viele drankommen und hinterher ihre Präsidialrente beziehen. Wer keine Lust mehr hat oder sich schlecht benommen, tritt zurück (“You are out, wir glauben dir kein Wort mehr!”-Abstimmung via Bundesforum), und die oder der nächste kommt dran – die Bundesversammlung wird zur Dauereinrichtung, die nebenher mitläuft und deren Bürgeranteil munter durchgetauscht wird, z.B. via Losverfahren.
Bundespräsidieren als Staatsbürgersache.
Unser Bundespräsident scheitert gerade mal wieder an sich selbst. Es wird immer deutlicher, dass dem Amtsträger der Vorwurf der Vorteilsnahme im Amt, das Sich-mithilfe-der-Freunde-Vorteile-verschaffen, ob im Urlaub oder als Häuslebauer, das Ausnutzen seiner sozialen Position durch Entgegennahme von Gefälligkeiten, dargeboten aus Gründen der Ehrerbietung oder der Vorteilsspekulation, nicht erspart bleiben wird.
Er sollte zurücktreten. Mag ja sein, dass die Erwartungen, ethisch wie moralisch, an dieses Amt überfrachtet sind – aber hey: diese Person dort ist die eine unter achtzig Millionen. Die eine, an der sich die anderen – alle anderen – ein Beispiel nehmen können. Sollen. Dürfen. Müssen. Wollen. Der eine Mensch unserer Gemeinschaft, der alle Erwartungen, die eine Gesellschaft an ein Vorbild haben kann, beispielhaft zu erfüllen hat. Die guten wie die schlechten.
Ausnahmslos alle.
Wenn das Beispiel auch nur im Entferntesten nach “Bedien dich an allem, was du zu fassen kriegst. Nutze alle Möglichkeiten, die sich dir bieten. Nimm dir, was du kriegen kannst” aussieht, dann mutiert der Kopf des Staats zum Sprengkopf der Gesellschaft.
Wie soll ein Gemeinwesen nachhaltig funktionieren, wenn jeder nur an sich denkt.
Nun.
Gut.
Anlässlich unseres eintausendfünfhundertsten Tweets – immerhin werden hier seit gut 18 Monaten munter Ideen und Gedanken, sowie Impressionen und Statements rund um Freiheit, via facebook, twitter und brainbureau-Blog der Unendlichkeit überantwortet, da kommt schon so manches zusammen – nehmen wir uns das für die nächsten 1500 Tweets zu Herzen.
Ansonsten gilt: weitermachen.
Neben unseren ach so großartigen Gedankenkonstrukten beschäftigen wir uns auch mit ganz banalen Dingen. Dingen wie Geld verdienen.
Aktuell bestellen wir im Kundenauftrag diverse Audio-CDs im Wert von 6.500 EUR (oder so). Die Bestellliste haben wir fertig, und nun kaufen wir. Online. Beim größten Kaufhaus der Welt. CD für CD.
Bei einer solchen Menge an Einzelbestellungen wird irgendwo und irgendwann im Prozess eine Delle sichtbar, ein klitzekleiner Stolperstein, welcher aufgrund der schieren Anzahl an Interaktionen einfach kommen muss. So auch hier:
Nach einigen Tagen extreme shopping und diversen Prozessbegleitemails (Ware kommt, vielen Dank, usw…) kommt sie, irgendwo zwischen 2.300 EUR und 2.400 EUR, die eine Email: “Bitte ändern Sie die Zahlungsart zu Bestellung xy von Lastschrift auf Kreditkarte, bis dahin halten wir die Sendungen zurück.” Wie jetzt? Für diesen Job gibt’s keine Kreditkarte. Sendungen zurückhalten?? Also, Antwortmail “geht nicht, bitte weiter per Lastschrift.” Das Firmenkonto zeigt eindeutig, dass das bereits erfolgreich geht.
Keine Antwort. Prozess steht.
Telefonanruf (via online-Eingabe einer Rückrufnummer, klappt super! Echt jetzt!), inzwischen ist das ganze beim Chef gelandet, und der geht scharf, der Job muss bis Jahresende abgewickelt und ausgeliefert sein.
“Guten Tag, vielen Dank für den prompten Rückruf! Bitte stellen Sie umgehend die Bezahlart wieder auf Lastschrift um. Ich habe unser Bankkonto hier vor mir, da ist alles im grünen Bereich. Wir sind gerade dabei über 6.000 EUR bei euch auszugeben – Ihr müsst jetzt liefern, sonst fliegen wir aus dem Plan.”
“Das geht nicht. [ und jetzt kommt's ] Das System gibt diese Korrektur vor. Und wir können hier nichts machen. Ich habe mich mit meinen Vorgesetzten besprochen, wir können Ihnen hier auch keinen Ansprechpartner nennen. Am besten stornieren Sie diese Bestellung und nehmen sie erneut vor, achten Sie dabei auf…”
DAS nehmen wir mit ins Neue Jahr! “Das System sieht diese Korrektur vor, und wir können nichts dagegen tun.” Bitte verhalten Sie sich maschinenkompatibel und systemkonform, damit Ihre Existenz weiter in Ihrem Sinne bestehen kann.
Frohe Weihnachten. Und guten Rutsch.
Menschen ab Vierzig erscheint uns freier Zugang zu Drogen als eine gute Lösung.
Jedem Menschen im Alter von vierzig Jahren soll zugestanden sein, sein Leben so einschätzen zu können, dass er selbst in der Lage ist zu entscheiden, ob und in welchem Umfang er seine kommende Lebenszeit mit einer zentralen Bewusstseinserweiterung, einer individuellen Vergnügung oder einem fulminanten Abgang auszugestalten gedenkt.
Eine Einschränkung könnte sein, dass ihm diese Möglichkeit vorenthalten wird, sobald fünf Menschen, die ihn lieben, dies nicht als gut für ihn erachten.
Im Alter von vierzig Jahren wähnen sich viele Menschen am Scheitelpunkt ihrer Lebenszeit. Man blickt zurück auf ein Leben, länger als das eines Durchschnittsmenschen vor wenigen hundert Jahren. Nach vier Jahrzehnten Lebenszeit weiß man für sich selbst, was geht und was nicht – es gilt nun, die zweite Lebenshälfte auszugestalten. Da können neue Ideen, aus welchen Quellen auch immer, durchaus hilfreich und willkommen sein.
Wenn ein Mensch in dieser Lebensphase zu der Erkenntnis gelangt, dass Glück und Frieden für ihn mit dem Konsum von Drogen verbunden sind, und aus diesem Konsum keine Beeinträchtigung seines Umfeldes entsteht, dann sollen ihm die Drogen seiner Wahl frei von jedweder Kriminalität zugänglich sein. Angebot und Nachfrage zu diesen Waren organisieren sich in geregelten Märkten, tragfähige Konzepte liegen hierfür vor, weitere Überlegungen zur Ausgestaltung dieser Märkte finden statt.
Und Jüngere? Die sollte ihr Umfeld vor einem durch jugendlichen Leichtsinn provozierten und mit erheblichem Lebenszeitverlust zu bezahlenden Absturz weiterhin bewahren.
Entlang der aktuellen Debatte zur Vorratsdatenspeicherung hat sich @tarzun sehr treffend und kompetent einige Gedanken gemacht. Seine inhaltliche Gliederung wird hier dankend entgegen genommen, um das eine oder andere an perspektivischen Überlegungen zu ordnen und zur Debatte beizusteuern:
Vorratsdatenspeicherung macht Sinn – sofern die Daten nicht qualitativ (Behelfsbegriff, soll die Rückführbarkeit von Daten auf ihre Erzeuger beschreiben) genutzt werden können, sondern lediglich quantitativ (wieder ein Behelfsbegriff, soll die anonymisierte Zustandsbeschreibung, die ein Datum bildet, umschreiben), und solange jeder Mensch an diese Daten heran kann.
Alle. Jede Distanzkommunikation, welche über neue Kommunikationskanäle und Medien stattfindet, wird über kurz oder lang hier mit einbezogen.
Wir hier reden von allen Daten, die über diese Kanäle laufen, egal, wer sie betreibt – Mensch-Mensch, Mensch-Alle, Mensch-Maschine, Maschine-Maschine, Maschine-Alle, Alle-Alle. Wie, weshalb und wann Daten zu Informationen werden, und was genau wir dann damit machen, wird die Debatte zeigen. Zur Zeit geht’s eher um Kommerz und Strafverfolgung. Die großen Ängste unserer Zeit weisen in Richtung Meinungsunterdrückung, Weltverengung und Manipulation. Die großen Träume weisen in Richtung Weltverwaltung, Versorgungssicherheit sowie Freiheit für alle.
Es ist ein riesen Berg an Daten. Alle kommunizierten Daten sind betroffen. Letztendlich werden es die Daten sein, welche unser aller Leben in all seinen Facetten und Ausprägungen beschreiben.
Wenn genügend Daten vorliegen, können präzise Entscheidungen mit positiver Zukunftswirkung getroffen werden. Das weiß jeder Manager, und dem einen oder anderen Bundeskanzler ist es auch bereits aufgefallen.
“Nein.” “Wie, nein?! Und jetzt??”
Tja. Mangels Zeit und intellektueller Ressourcen gibt es hier zunächst nur Stichwörter und Medienempfehlungen für Interessierte:
Buchtipp: Einführung in die Netzwerkanalyse (Hubs, Nodes, Soziales Kapital, Prestige, Macht und Autonomie… <seufz>müssen wir alles noch kapieren…</seufz>)
Twitter: #imperatum
Software: maltego, rapidminer
Filmtipp 1 (must): Das Netz
Filmtipp 2 (can): Red Road
Viel Spaß! Alles wird gut.